EBERHARD GÜTSCHOW                      home



1962

15.12.1928
als Sohn des Nervenarztes Dr. Arthur G. in Hamburg - St. Georg, An der Alster 38, geboren und dort aufgewachsen.

1935-38
Besuch der Volksschule Borgesch in St. Georg. Überspringen einer Klasse.

 

2002

1938-43 Realgymnasium Armgartstraße. Ich war in der Klasse sehr jung und schlechter vorgebildet als der überwiegende Teil der Klassenkameraden, die von einer Privatschule kamen.

1940-41/42 Wegen häufiger nächtlicher Störangriffe der englischen Luftwaffe kam die KLV zum Zuge. Es ging nach Seiffen/Erzgebirge in die Nussknacker - Baude. Auf einer offenen Postkarte nach Hause äußerte ich mich sehr negativ über die dortigen Verhältnisse. Noelle, Lehrer und Lagerleiter, las die Karte im Esssaal vor und ergänzte drohend: Gütschow, ich warne dich! Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Neben Noelle gab es Lagermannschaftsführer, HJ-Dienstgrade: Repsold (weich), Asmussen (oft schreiend, mit Pistole? am Koppel), dann Hausleitner (Bayer, streng, aber respektiert). Mitschüler Sittel und andere gründeten den Geheimklub R, in den ich auch aufgenommen wurde. Der Klub hatte nur den Sinn, geheim zu sein, mehr nicht, insbesondere nichts Politisches. Er löste sich bald auf.
Schulunterricht lückenhaft. Lehrer: Noelle, Claussen und Grimm, der unter Noelle und den Nazi-Zeitläuften litt.
Zeitweise gab es morgendlichen Fahnenappell, Ausmärsche ins Dorf. Man sang: Schwarzbraun ist die Haselnuss. Uwe Wolf marschierte vorn mit seinem Spielmannszug. Im ganzen hielt sich die völkisch-nazistische Beeinflussung aber in Grenzen.
Um uns etwas zu bieten, ging es ins Elbsandsteingebirge, Unterbringung in der schwimmenden JH Wehlen. Visite in Karlsbad mit Grandhotel Pupp.

1942? Ende der KLV, Rückkehr nach Hamburg. Genaue Erinnerungen an den Schulbetrieb dieser Zeit habe ich nicht.
Als mein Vater nach einer Dienstreise als Stabsarzt nach Köln auch in Hamburg ähnliche Verheerungen durch Fliegerangriffe voraussah, übersiedelte unsere Familie nach Lütjensee in unser Landhaus. Von hier sahen wir im August 1943 den Untergang Hamburgs in den Bombennächten.

1943-45 Fahrschüler an der Horst-Wessel-Schule in Oldesloe. Dort traf ich einen früheren Freund aus Hamburg, hatte erstmals Freude an der Schule und wurde ein guter Schüler.
Kurz vor Kriegsende Einberufung zum RAD an der dänischen Grenze. In der nachfolgenden Auflösung gelang es mir beinahe, auf abenteuerliche Weise nach Hause zu kommen, musste aber dann doch noch einige Monate in englische Gefangenschaft.

1945            Mit eintretender Ordnung wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen, jetzt in der Kirchenpauerschule, wohin ich meinem Freund folgte.

1947           Abitur, Wartezeit aufs Studium mit Pflegepraktikum.

1948           Beginn des Medizinstudiums in Hamburg, nach dem Physikum zwei Semester in Tübingen.

1954-63     Nach Staatsexamen und Promotion zunächst klinische Ausbildung in innerer Medizin im UK Eppendorf, anschließend ebenfalls dort zwei Jahre Psychiatrie. Die Neurologie absolvierte ich am AK St. Georg. Ich wurde Facharzt für Neurologie und Psychiatrie.

1963-96     führte ich eine eigene Praxis an der Mundsburg. Besondere Befriedigung gab mir die Spezialisierung in der Epilepsie-Diagnostik und die differenzierte Behandlung der einzelnen Epilepsieformen.

1957           Heirat mit Frau Dr. med. Hadwig Maurer.

1958 u. 59 wurden unsere Kinder Christian und Uta geboren. Beide Kinder haben ebenfalls Medizin studiert, Christian ist ebenfalls Neurologe geworden.

1996          Nach Abgabe der Praxis führe ich ein interessantes Leben mit meiner Frau: Gartenfreuden, Kammermusik als Cellist, neun Enkel, Beschäftigung mit der italienischen Sprache und Teilhabe am Hamburger Kulturleben.

Gott sei Dank sind wir körperlich und geistig gut beieinander nach manchen medizinischen Eskapaden.

Bemerkungen zu Jürgen Christmann siehe dort!

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