HANS-JOACHIM KISCHKAT                        home

  Leicht gebückt und auch sehr lang
steht er eitel sprechend in der Schar;
denn zum Protzen hat er nun mal 'nen Hang.
Hingerissen lauscht die Menge seinen Reden.
Nase hoch vor Größenwahn,
blickt er scharf ins Auge jedem.
Stolz, so steht er wie ein Hahn.
Ja, wer ist's, so werd't ihr fragen.
Ja, wer kann es denn nur sein?
Unser „Schwarzer Jochen" ist's, so wird man sagen,
denn eingebildet, so wie er, ist einer nur allein.
     

1943

2004

geb.  28.12.26 in Hamburg, Größe  1,91 m, Gewicht: 99 kg
Sonstiges:   Diabetis, Herzschrittmacher, genagelter Oberschenkelbruch

Nach Kindergarten - Schule - Kinderlandverschickung - Luftwaffenhelfer - Soldat - Gefangenschaft
- und abermals Schule, beginnt mein Lebenslauf, just nach dem nicht bestandenen Abitur, in bewusst
freien Rhythmen.
Die kaufmännische Lehre machte ich bei der Deutschen Shell in Hamburg. Ich verließ die Shell 
(1947-1955), um einige Gehversuche im Außendienst zu machen.
1961 bin ich zu einer großen Firma in der Verpackungsindustrie gekommen und hier war ich über
30 Jahre - zuletzt als Vertriebsleiter - bis zur Pensionierung 1992. 4 Jahre war ich weiter als Berater 
tätig.
In dieser Zeit bin ich mehrfach umgezogen mit Schwerpunkt im westdeutschen Raum
(Düsseldorf/Neuss) und Rheinland-Pfalz (Mosel/Eifel/Südpfalz).
Verheiratet bin ich seit 1958 mit der Kostümbildnerin Anna Reuter und für den weiterhin guten
Kontakt zu Hamburg sorgt unsere Tochter Franziska (geb.1967), die Redakteurin beim NDR ist.
Übrigens lebte seit 1970 meine Mutter bei uns, die das Aufwachsen der Enkeltochter miterlebte
und nach 18 Jahren gemeinsamer Betreuung bei uns starb.
Nun genieße ich seit Jahren mit Frau und Hund (der 5.) im eigenen Haus die Toscana Deutschlands.
Der Garten und viel Besuch, meist aus dem hohen Norden, erfreuen uns. Und wer uns besuchen
will, ist herzlich willkommen.
Zum Schluss ein Anekdötchen aus der Kinderlandverschickung in Seiffen, Erzgebirge. Ich weiß
nicht mehr warum - aber unser Klassenlehrer Hugo Nölle hatte mich mal wieder zum Durchhauen
mit Rohrstock bestellt. Beim 3. Schlag flüchtete ich aus der Nußknackerbaude in die Binge, eine
nahegelegene Freilichtbühne mit steilen Wänden und abenteuerlichen Schlupfwinkeln. Dort
versteckte ich mich und weinte bitterlich. Es wurde dunkel und ich hörte Nölle mit Suchkommando
brüllen: „Kischkat, melde dich! Es ist alles wieder gut!" Ich machte weiterhin schluchz, schluchz
und ließ sie zappeln. Als ich mich endlich stellte, waren Nölles erste Worte: „Na, Kischkat,
schreibst nichts deinen Eltern, ja?"
Bei der nächsten schriftlichen Schularbeit - ich weiß nicht mehr in welchem Fach - bekam ich eine
3 (in Worten drei), eine Note, die mir sonst ziemlich unbekannt war, und jeder, der mich kennt,
weiß warum.

1953

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