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Zusammengestellt von Karl-Dieter Möller und Hans-Joachim Kischkat
Anfang 1943, mit Beginn der sowjetischen Gegenoffensive, wurde die Heimatfront 
verstärkt nach fronttauglichen Soldaten durchforstet. Dadurch entstanden Personallücken 
- auch bei der  Flak.
Um diese Lücken auszufüllen, wurden klassenweise 15 bis 17-jährige eingezogen: 
LUFTWAFFENHELFER
Es wurde versucht, den Schulunterricht aufrecht zu halten, was nicht immer gelang. 
Unterricht wurde zeitweilig in benachbarten Schulen oder direkt in den Flakstellungen 
durchgeführt.
Unsere Klasse kam zur leichten Flak, Kaliber 3,7cm. Dabei waren:
 Behrens, Curt  Kischkat, Hans-Joachim
 Behrens, Otto  Meier, Günther
 Bellon, Herward  Möller, Karl Dieter
 Christmann, Jürgen  Müller-Elsner, Gunther
 Eberle, Guido  Rompa, Wolfgang
 Gluth, Otto  Schulze, Uwe
 Höhne, Klaus  Stein, Helmuth
 Jacobi,  Weber, Horst
 Jansen, Hans-Werner  Wrangel, Karl Ludwig
 Kaufmann, Horst  
Die Stellungen lagen zumeist an der Peripherie von Hamburg und waren besonders
zur Abwehr von Tieffliegern gedacht.
Hamburg hatte gegen Tiefflieger einiges getan. Der Hafen wurde bei Gefahr mit 
Nebelsäure aus Tonnen vernebelt. Die Raffinerien hatten sich unter Tarnnetzen versteckt. 
Um die Alster waren Sperrballons angebracht, und die Alster selber wurde künstlich 
verkürzt, d.h. die Binnenalster wurde mit Schwimmflößen, Holzaufbauten, Netz- und 
Tuchbespannungen total zugedeckt und farbig bemalt, um eine Landschaft mit Strassen, 
Gebäuden, Kanälen und Brücken vorzutäuschen. Hat alles nichts genützt, die Bomben 
fanden trotzdem ihr Ziel.
Die Luftangriffe wurden aus ca. 6000 Meter Höhe geführt, für die 3,7 Flak unerreichbar, 
wir kamen nur einmal zum Schuss.
Anders war es mit der 8,8 Flak, die eine Höhe von 6-8 km erreichte. Es wurde manches 
Flugzeug abgeschossen, aber die Flak hatte Verluste. So wurden Luftwaffenhelfer aus 
unserer Schule in der 8,8 Stellung am Schwanenwik getötet (hier verteilte Göring noch 
persönlich eiserne Kreuze. Später gab es nur noch Kriegsverdienstkreuze, die auch nicht 
mehr von Göring überreicht wurden.

Holstenbrauerei in der Holstenstraße, Altona.
Auf der Holstenbrauerei standen wir, im Juli 43, mit unseren Koffern, Max Gerntke hatte 
einen Pappkarton. (Vor dem ersten Weltkrieg schickten die Rekruten ihre Zivilkleidung im
Pappkarton nach Hause. Später wurde das als Zeichen des Abschiednehmens vom
Zivilleben gedeutet. Gerntke wollte das zum Ausdruck bringen.)
Die Geschütze auf den Dächern der Brauerei hatten 3,7 cm Kaliber. Dort wurden wir 
gedrillt. Beim Wachdienst nutzten wir die Ferngläser und guckten in die Wohnungen der 
alten Altonaer Mietshäuser. Spaß machte das rumkutschieren mit den Bierwagen (kleine 
Handwagen für vier Bierfässer) in unserer Schlafstätte – aber es machte auch einen  
Höllenlärm.
Unser Schlafquartier war im obersten Stock, jeder hatte eine Schlafstelle und einen Spind.
Die schweren Bombenangriffe vom 25.7 bis 3.8.43 erlebten wir zuhause, während eines 
Kurzurlaubs über das Wochenende. 
Die Engländer warfen zum ersten Mal Aluminiumstreifen ab, um die Ortungsgeräte der
Flak außer Gefecht zu setzen: Hamburg konnte sich nicht wehren und brannte ab.
Die Stellungen mit den Geschützen waren zerstört, und als wir zu unserem Schlafsaal 
hinaufstiegen, sahen wir, was von den Ausrüstungen in den Spinden übrig geblieben war. 
Nur die Nägel der Stiefel, fein säuberlich im Muster auf dem Zement, das Hufeisen 
hinten, davor das Koppelschloss und darüber der Stahlhelm.
Danach hat unsere Klasse nur noch in Erdstellungen gehaust.

Ein Dr. Fack im Institut für Angewandte Physik an der Hamburger Universität (Vernimb 
und Möller haben bei ihm später noch Vorlesungen gehört) erfand ein Zusatzgerät 
für die Flak, den Fakir, der dann in alle Funkmessgeräte eingebaut wurde. Dadurch 
wurden Störungen durch die Aluminiumstreifen überwunden.
Ochsenzoll beim Panzerkettenwerk.

Die ersten Versprengten aus dem Chaos sammelten sich in Ochsenzoll bei der 3,7 
Stellung am Panzerkettenwerk. Wir waren dort mit Luftwaffenhelfern des 
Wilhelmgymnasiums zusammen. Es gab keinen Unterricht, kaum Exerzieren, nur
theoretischen Unterricht bei Uffz. Altevers, einem sehr verständigen Menschen.
Blankenese-Falkenstein
Im Herbst 43 war die Klasse wieder komplett und die Armgartstrassen-Flakhelfer
wurden nach Blankenese zur 3,7 Stellung beim Wasserwerk am Falkensteiner Ufer 
versetzt.
Morgens wurden wir von einem jungen Unteroffizier mit dem Ruf geweckt: 
"Jungs, aufstehen, Brust waschen, fertig machen zum Heldentod".
Bei warmem Wetter, wenn man Wache hatte, konnte man mit dem Flakglas das
Treiben der Liebespaare auf der gegenüberliegenden Elbinsel beobachten.
Ein Unteroffizier schliff uns bei jeder Gelegenheit, wollte dann am Nachmittag mit uns 
"fraternisieren". Wir waren daran weniger interessiert, mehr an den verbotenen Büchern, 
die einige ältere Luftwaffenhelfer hatten, wie Erich Kästners: Fabian, die Geschichte 
eines Moralisten.
Schule hatten wir in einem Klassenraum der Mädchenoberschule, gleich neben der 
Jungenoberschule in der Kirschtenstrasse in Blankenese. Wir stiegen, vorbei and den 
stinkenden Nebeltonnen, eine halbe Stunde hinauf zur Oberstadt und kauften bei Bäcker 
Körner Kuchen mit Jansens Kuchenmarken.
In der Schule waren die Mädchen aggressiv, Wasserbömbchen flogen und Höhne 
berichtete, er habe die Mädchen: "Schöner Klassenpuff" rufen gehört. Möller schrieb 
einen Zweizeiler auf einen Zettel, mit anzüglichem Inhalt, und steckte es den Mädchen 
zu. 
Eines Tages, als wir aus der Mädchenschule kamen, wurden wir von einem Lehrer der 
Jungenschule angeschnauzt, wir hätten "dort" nichts zu suchen. Möller wollte erklären, 
dass wir "dort" immerhin Unterricht gehabt hätten. Davon wollte der Lehrer aber nichts
wissen. Lehrer Grimm kam einige Tage später und meinte, obwohl Möller Recht gehabt
habe, wäre er einem Hauptmann der Reserve nicht mit genügend Ehrerbietung begegnet.

Um Begegnungen mit den Mädchen zu vermeiden, wurden die Pausen zeitweilig 
geändert, aber auch dass nutzte nichts. Trotzdem verhielten wir uns lange mustergültig,
weil wir viel lieber raus aus der bedrückenden Stellung zum Unterricht gingen als in der
Stellung unterrichtet zu werden. Aber schließlich nähten die Mädchen unsere
Uniformmäntel zu. Und da war Schluss mit artig. 
Wir haben dann bei ca. 30 Mädchenmänteln den Schließbügel eines großen 
Vorhängeschlosses durch je ein Knopfloch gezogen und das Schloss abgeschlossen. 
Wrangel hat das Mantelbündel vor eine Mädchenklasse gelegt. Danach berieten die 
Lehrkörper beider Seiten und verlangten Bestrafung und schnellstes Schlossaufschließen. 
Erst bei der dritten Lehreraufforderung wurde uns Straffreiheit zugesichert, und wir 
öffneten das Schloss in der Schulpause. Die Mädchen sollen sich entschuldigt haben. Sie 
hätten lieber alles ohne Lehrer mit uns abgewickelt. Danach hatten wir jedenfalls Ruhe.
Billwerder / Moorfleet

Wir wurden in die Flakgruppe Ost versetzt und auf 2 cm Flak umgeschult. Es gab keine 
Schule, und der Aufenthalt war nur kurz. An einem Abend machte Möller eine Wette, 
dass er über einen der Entwässerungsgräben springen könne. Er war auch erfolgreich 
beim Sprung über den ersten, landete allerdings im zweiten, und kam nass heraus. Es 
wurde dann gestritten, ob der nasse Möller die Wette gewonnen hätte.
Einmal nahm der Batteriechef das Risiko auf sich, uns einen Tag Urlaub auf Ehrenwort
zu geben. Er war sehr erleichtert als alle wieder an den Kanonen standen.
Waidmannstrasse.
Wir lagen mit 3,7 Geschützen im Sommer 1944 auf einer Wiese der Firma „HEINRICH 
AUGUST SCHULTE" in Altona.


Teddy Weber, Wamsi Christmann, Klaus Höhne, Otto Gluth, Nubbi Meier

Der Batteriechef, Oberleutnant Grasnick, sah einmal beim Exerzieren zu. Am zweiten 
Geschütz war Höhne K4. Er wurde gelobt, weil er alle Handgriffe mit großer 
Geschwindigkeit vorführte, wogegen Möller alle Etappen langsam und besonnen 
durchführte und deshalb fast vom Oberhelfer zum Helfer degradiert wurde.
Die Aufgaben der Kanoniere:

K1 musste zielen und den Schuss abdrücken.
K2 und K3 mussten Munition heranschaffen.
K4 war der Ladekanonier.
K5 war der Entfernungsmesser.
Der K4 stand gut sichtbar auf der Plattform.
Er musste das Magazin richtig einsetzen und
dann dem K1 sagen das er schießen kann. 
Er musste dem K2 und K3 sagen, was er an
Munition brauchte.
Die 3.7 cm Geschütze hatten häufig Ladehemmung.
Dann brüllte der K4 „Spannseil", er legte es richtig
an und K2 und K3 zogen daran bis das Rohr wieder
in der richtigen Stellung war.
Ein Luftwaffenhelfer des Wilhelmgymnasiums wurde zu uns strafversetzt. Er kam
im Elsnerschuhwagen, hieß Elsner und brachte komplettes Schlagzeug und dolle
Jazz-Platten mit, machte einen tollen Eindruck, auch weil er sich nicht viel darum
kümmerte, was er zu tun und zu lassen hatte.
 Uffz. Meier, Curt Behrens, Nubbi Meier

Wir waren in zwei Baracken untergebracht, und es war so wie bei zwei feindlichen 
Brüdern; nach außen, sei es gegenüber der Flak oder der Schule, war man sich einig. 
Aber gegenseitig neckte man sich gründlich, mit Grassoden im Ofenrohr oder 
Wasserschlachten durch ein Loch in der Barackenwand.
Bei einem Alarm am Tag flog plötzlich eine Fortress II im Tiefflug auf unsere Stellung 
zu, sie war sicher schon nicht mehr ganz intakt. Die Unteroffiziere zogen die K1s von 
ihren Sitzen und zielten selber. Kaufmann als K2 gab die Entfernungen an, der
stellvertretende Zugführer gab etwas zögernd den Feuerbefehl, drei Geschütze feuerten
je ein Magazin leer. Das dritte Geschütz hatte Ladehemmung,  Möller als K4 schrie:
"Spannseil", um die Ladehemmung doch noch zu beseitigen.
Das Flugzeug fiel vom Himmel. Elsner und Curt Behrens liefen los zur Abschussstelle,
berichteten von einem schwarzen Piloten und brachten als Beute ein Stück Kaugummi
und einen Karton mit einem Bild von einem Hund mit, vielleicht der Talisman der
Mannschaft. 
Auf der anderen Seite der Wiese war eine Mauer und eine Eisenbahnverbindung. Dort 
  Wamsi Christmann auf Erkundung

saßen die Luftwaffenhelfer mit den Mädchen der Nachbarschaft. Abends kam manchmal 
ein russischer Kriegsgefangener von der Zigarettenfabrik Reemtsma und brachte
„unseren" Kriegsgefangenen Tabak. Russische Kriegsgefangene wurden in unserer
Stellung zur Säuberung der Kanonen usw. eingesetzt. 
Heute noch erinnert sich Kischkat an Eberles auf dem Kanonenofen gebackene Eichhörnchen. 
Brot wurde da geröstet und Brühwürfeldelikatessen wurden zubereitet.
Weihnachten  wurde in der Stellung gefeiert, der Batteriechef  kam, und Luftwaffenhelfer 
hatten offiziell die Erlaubnis zu rauchen.

Am 6. Juni 1944, um 12.00, hörten wir von der Landung in der Normandie. Kaufmann, 
Jansen und Möller diskutierten, wann der Krieg wohl vorbei sein würde, und wie die  
Chancen zum Überleben waren. Wir nahmen an, dass die Amerikaner mit der Landung 
Erfolg haben würden, und dann wäre es nur eine Frage der Zeit, bis wir in die 
Kriegshandlungen hineingezogen würden. Es war uns nicht klar, ob wir daraus lebend 
herauskommen würden.
Anlässlich des Führer-Attentates kam Lehrer Grimm morgens in die Baracke und 
begrüßte uns sehr ernst mit den Worten: Heute sprechen wir mit besonderer 
Betonung "HEILLL HITLERRRR".
An der Ems
Im Herbst 44, nach der Luftlandung der Engländer bei Arnheim, bekamen wir fahrbare 
3,7 Geschütze und wurden an die Ems verlegt. Beim Stellungsausbau wurde Jansen fast 
zwischen Wagen und Mauer zerquetscht. 
Obergefreiter Macke ging mit einem Luftwaffenhelfer zu einer nahe gelegenen Meierei, 
um etwas zum Essen zu besorgen. Er flirtete mit den Frauen herum, die den 
minderjährigen Luftwaffenhelfer nicht für voll nahmen, dann aber doch aus dem
Kellerfenster einen halben Käse hinausreichten.
Oberleutnant Grasnick gab uns bei der Entlassung zum Arbeitsdienst eine Urkunde, die 
bekundete, wie wir in jungen Jahren dem Vaterland gedient hatten. Die Batterie kam 
später an den Rhein, er soll sich auf einer Rheinbrücke erschossen haben.
Der oberste Flakkommandeur in Hamburg war Generalleutnant von Hippel. Von seiner 
Tochter erfuhr Möller später auf einem Studentenball in Hamburg, dass er bis zum Herbst 
1945 Gefangener in England war.
Wiedersehen

Kischkat (Jahrgang 26) wurde etwas eher zum Militär eingezogen und an der Graf Goltz 
Kaserne in Höltigbaum bei Rahlstedt als Funker ausgebildet. Eines Tages wurde seine 
Mannschaft zu Gleisarbeiten in die Stadt geschickt. Hinter der Volksfürsorge, nahe dem 
Hotel Atlantik, wimmelte es von "Helfern", und da sah er zufällig die früher erwähnten 
kriegsgefangenen Russen von der Waidmannstrasse.
Es war zur Zeit als die Batterie an der Ems lag, wohin die Russen nicht mitgenommen 
worden waren. Ein großes Hallo, aber die Frage "Was machen denn die 
Luftwaffenhelfer?", wurde unterbrochen und Kischkats Benehmen wurde getadelt. 
Kriegsende
Alle 21 Flakhelfer unserer Klasse haben die Luftwaffenhelferzeit unbeschadet
überstanden. Für die meisten ging der Dienst nahtlos in den Reichsarbeits- und dann in
den Militärdienst über. Otto Behrens und Helmuth Stein fielen (ebenso wie Lothar
Hosemann und Hans-Otto Kirschner, die beide nicht Flakhelfer waren). Hans-Joachim
Kischkat und Horst Kaufmann gerieten für einige Monate in Kriegsgefangenschaft.
Karl-Dieter Möller war bei Kriegsende zur Ausbildung in Dänemark.
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