WOLFGANG  ROMPA                        home

Wolfgang war Schüler in der Armgartstraße bis einschließlich der Flakhelferzeit. Nach dem Krieg kehrte er nicht an die Armgartstraße zurück.

Auszug aus einem Beitrag von Andreas Burgmayer und Frederika Hoffmann (Fotos) im Hamburger Abendblatt vom 17. August 2001, zur Verfügung gestellt von Hans-Joachim Kischkat:

Kännchen oder Tasse:

Wolfgang Rompas Sketche
kennt jeder.

Der große Frankenfeld
riet ihm:
"Schreiben Sie das doch mal auf!"

Warum servieren manche Gaststätten den Kaffee nicht in der Tasse, sondern nur im Kännchen?
Eine jener großen deutschen Fragen, die unbeantwortet geblieben sind. Es ist durchaus möglich,
Kaffee in einer Tasse zu sich zu nehmen. Tassen zerfallen nicht zu Staub, wenn sie mit frischem
Bohnenkaffee gefüllt werden. Was im Übrigen nachhaltig dadurch bewiesen wird, dass Kännchen
ja niemals ohne eine Tasse an den Tisch gebracht werden. Weil es sich aus Kännchen sehr
schlecht trinken lässt. Trotzdem gibt es - wie bei vielen anderen großen deutschen Fragen - bis
heute keine befriedigende Antwort: Es ist eben so, wie es ist. Und vor allem: Es ist erlaubt.
Was bleibt, ist die Möglichkeit, sich über derartige Alltagsabsurditäten lustig zu machen. Oder wie
es der Hamburger Autor Wolfgang Rompa ausdrückt: "Als Humorist muss ich das Dramatische
im alltäglichen Leben entdecken." Irgendwann im Sommer 1981 setzte sich Rompa deswegen mit
einem Stift an den Schreibtisch seines Penthouses in Othmarschen. Als er wieder aufstand, hatte
er einen Sketch zu Papier gebracht. Viel mehr: Einen urdeutschen Komik-Klassiker. In der
Kategorie eines Freddy Frinton und dessen "Dinner for One". Am 31. August 1981 erschien der
Sketch von einem Herrn Hellbich, der im Cafe mit einer Bedienung über das TasseKännchen-
Problem hadert, im Hamburger Abendblatt.
Heute feiert Wolfgang Rompa seinen 74. Geburtstag. Und der Sketch wird demnächst 20 Jahre
alt. Zusammen verkörpern die beiden ein Stück deutscher Comedy-Geschichte. "Tasse oder
Kännchen" wurde rauf und runter in den großen deutschen Unterhaltungsshows gespielt. Harald
Juhnke und Ralf Wolter gaben ihn bei "Willkommen im Club", Peter Alexander und Erwin
Steinhauer in der "Peter Alexander Show". Am besten aber, sagt Wolfgang Rompa, haben
Lonny Kellner-Frankenfeld und Horst Michael Neutze den Sketch im NDR gespielt.
Peter Frankenfeld war es der Rompa beiseite nahm und sagte: "Sie sind doch ganz witzig.
Schreiben Sie das doch mal auf!" Wolfgang Rompa war lange Jahre Schallplattenfachvertreter:
"Ich kenne alles von der gut gemachten Schnulze, über die Klassik bis zur Gregorianik."
Ebenso war er Werbeleiter für die Zeitschrift "FunkUhr": "Ich habe die große Schnauze eines
guten Verkäufers." Das Schreiben aber war immer seine heimliche Passion. "Ich habe ein kleines
Talent, das selten ist. Ich bin ein Meister im Weglassen, im Unterscheiden von wichtig und
unwichtig."
Noch heute wundert er sich, dass dieses kleine Talent einen so großen Erfolg nach sich zog.
"Alles was ich schrieb, wurde genommen." Juhnke  spielte unzählige weitere Rompa-Sketche im
Fernsehen, der "Herr Hellbich" wurde eine lange Serie im Abendblatt. Günter Pfitzmann und
Corinna Genest machten den Sketch "Im Krankenhaus", eine Lachnummer über den ärztlichen
Pluralis Majestatis ("Dann wollen wir mal unsere Pille nehmen!") - ebenso erfolgreich wie der
"Kännchen"-Sketch. Gerade hat er 50 (!) "Stadtteil-Songs" für die Hamburg-Welle 90,3 nach
alten Schlagern getextet ("Dulsberger Nächte sind lang!")
Rompa sieht sich in der Tradition eines Jürgen von Manger oder eines Karl Valentin. Von
letzterem hat Rompa auf jeden Fall die Statur: groß, schlaksig und ein wenig zu dünn. Aber er
hat auch einen Gutteil von dessen Humor: "Die Menschen reden ständig aneinander vorbei. Der
Charakter des Witzes ist das Missverständnis, das ungewollte." Wie Valentin empfindet er das
Komische als puren Ernst. Wolfgang Rompa: "Ich habe noch nie über etwas gelacht, das ich
selber geschrieben habe."

Wolfgang ist Ende 2004 gestorben.
home up