HARTWIG STAPELFELD                        home

Große Nase, Gerstenkorn,
die Gestalt, gebeugt nach vorn,
Fußballspiel und Zeitung lesen,
Geldeinsammeln mitsamt Spesen,
immer und ewig Opposition:
das ist Mutter Stapelfelds Sohn.

1947

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Hartwigs Lebenslauf, zusammengestellt von Hans-Armin Pantelmann, unterstützt von Hartwigs Witwe Gertrud:

Banklehre bei der Vereinsbank Hamburg am Alten Wall. Dort war sein Vater infolge der Reichs/DM-Umstellung in allen Hamburger Filialen 1948 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
Hartwig selbst machte rasch Karriere und leitete 22 Vereinsbank-Filialen. Fragen an ihn wurden sofort von ihm geklärt und beantwortet. Sein Schreibtisch war immer leer. Er verstand es, zu delegieren.
Hartwig war in Hamburg sehr bekannt und hatte viele Ehrenämter. Er war Stammtischmitglied im Grill des Hotels Vierjahreszeiten. Er war ein leidenschaftlicher Tennisspieler, mehrfacher Turniersieger, auch in der Seniorenklasse. Beim Deutschen Derby in Flottbek überreichte er immer den Silberpreis.
1961 heiratete Hartwig Gertrud. Beide verbrachten ihre Ferien 40 mal in Garmisch, 20 mal auf Sylt und 12 mal im Südschwarzwald, wo unsere alte Klassenfreundschaft wieder aufblühte.

Seit 2001 litt Hartwig an der unheilbaren und hinterlistigsten Krankheit der Neurologie, der sog. ALS = Amyotrophe Lateral Sklerose: Gleichgewichts- Störungen mit Stürzen, lallende schwerste Sprachstörungen (Lähmung des Hirnsprachzentrums), massive Erstickungsanfälle durch viel Schleim in den Atemwegen. Wegen Schlucklähmung musste eine Magensonde gelegt werden. Vier Wochen danach verschlechterte sich sein Zustand rapide. Am 4. April 2001, im Wartezimmer seines Neurologie-Professors im Altonaer Krankenhaus, verstarb Hartwig an Atemstillstand. Wie ein Held hat er alles ertragen.

Auszug aus der Traueransprache von Udo Bando, Vorstandsmitglied der Hypo-Vereinsbank Hamburg und Hartwigs Freund:

Ich lernte Hartwig in der Schule Armgartstraße kennen. Nach Notabitur und kurzem Kriegsdienst war er dort, um sein Abitur nachzumachen. Die Lehrer hatten schon damals sein großes Führungstalent erkannt und ihn mit der Organisation der Schulspeisung, die aus dem Marshallplan und Schweden kam, beauftragt.
In unserer Bank machte er eine großartige Karriere: Bevollmächtigter, Prokurist, Filialleiter, Direktor bis hin zum Gesamtbankdirektor.
Er war Mitbegründer der Betriebssportgemeinschaft der Bank und entdeckte dabei seine Liebe zum Tennis. Mehr als 30 Jahre war er Kapitän des sehr erfolgreichen Tennisteams der Bank. Nach 42 Dienstjahren trat er in den Ruhestand.
Er engagierte sich besonders für Altona, das Kinderkrankenhaus und das Museum.

  
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