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An die Kinderlandverschickung in Seiffen kann ich mich gut erinnern: Das
Rauchen von Kastanienblättern in Klopapier, das Klo mit wimmelnden
Würmern, sowie den Ausflug nach Annaberg.
Berliner nannten wir "Rollende Pupse auf der Gardinenstange". 
Auf Bildern sieht man, wie schlank wir waren. Peters, Wackerow, Nubbi 
Meier, Gebr. Behrens. Außer mir fast alle oft in Uniform.
Auch die Freilichtbühne mit dem verkauften Opa und dem sich juckenden
Lehrer kommt in die Erinnerung.

1998

Kurz nach der Rückkehr nach Hamburg, die Kurt Vernimb vorbereitete,
wechselte ich auf die Walddörferschule (Gymnasium) in Volksdorf, da wir
ja seit Kriegsbeginn in unserem Sommerhaus in Wohldorf wohnten.
Da ich ein guter Sportler war, kam ich dann doch noch zum Jungvolk und
dann zur HJ. Gleichzeitig wurde ich Mitglied der freiwilligen Feuerwehr,
die mich vor dem Einsatz bei der Flak bewahrte, nicht jedoch vor den
Bomben auf Hamburg im Juli 1943.
1944 wurde ich fünffacher Hamburger Jugendmeister in der Leichtathletik
und kam wohl deshalb zur Winterausbildung zum Wehrkreis 10 in Obergurgel.
Der gewonnene Skilanglauf brachte mir dann eine "Einberufung" zum
Training in St. Anton für die Deutsche Jugendmeisterschaft im Biathlon.
1944 übernahm ich von meinem Klassenkameraden J. Westphal, der später
Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein war, das Fähnlein und wurde
deshalb UK gestellt.
Im Dezember 1944 wurde ich dann doch zum RAD und, nach einigen Monaten,
zum Wehrdienst nach Kolberg einberufen, das aber schon von den Russen
besetzt war.
Ja, und dann wurde ich wohl vergessen und blieb zu Hause.

Nach dem Abitur 1947 begann ich im Herbst 1947 eine Lehre, die ich im 
Herbst 1948 mit gut abschloss. Nach Volontariaten in unserer Mehlbranche 
und Arbeit in der väterlichen Firma begann ich 1951 das Studium der
Rechte, das ich 1955 mit dem 1. Staatsexamen abschloss.
1951 stellte ich dann auch den Leistungssport ein. Gerne denke ich jedoch 
noch an die vielen Deutschen Meisterschaften und die
Hochschulmeisterschaften zurück.
1956 heiratete ich eine Studienkollegin und kehrte in die väterliche Firma 
zurück. Meine Frau machte das zweite Staatsexamen.
1960 starb mein Vater. Ich übernahm die Firma und baute sie weiter aus. 
1962 kaufte ich das Haus, in dem wir heute noch leben, und wurde 1966 Vater
einer Tochter, die später auch Juristin wurde und heute im
Justizministerium arbeitet.
Meine Firma gehörte zu den umsatzstärksten in einem sich durch Fusionen 
verengenden Markt.
1997, nach 50 Jahren im Beruf, legte ich die Firma Arthur Timm & Co still 
und übernahm Geschäftsführerposten in Firmen, an denen ich beteiligt war 
und bin.
Inzwischen habe ich das Segeln (siehe Bild) nach 25 000 sm in der Ost- und
Nordsee sowie auf dem Atlantik aufgegeben.
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