CARL-OTTO (CARLO) VERNIMB                    home

  Im Boxkampf würd' er nie verlieren,
und pünktlich kommt er stets zu spät.
Er kann ganz prächtig organisieren,
und gern er zu Behörden geht.

Er ist recht seriös, gelassen.
Er wirkt gesetzt, doch nur von fern.
Man kann ihn nun einmal nicht hassen.
Carlo Vernimb, der Sterne Stern.

1946

2002

1947 - 1953 Physikstudium in Hamburg
1953 - 1957 Physikstudium in Innsbruck, abgeschlossen mit Promotion
1954 Heirat in Innsbruck mit Ingeborg Schmidt aus Hamburg
1957 Geburt unserer Tochter Jacqueline
1957 - 1962 Angestellter der Esso AG in Hamburg (Kernenergie,
 Isotopenanwendung)
1961 Geburt unserer Tochter Nicole
1962 - 1987 Beamter der Kommission der Europäischen Union in Brüssel
und Luxemburg, zuletzt Sonderdienststellenleiter (Anwendung neuer Informationstechnologien in den Mitgliedsländern usw.)
1987 - 2004 Inhaber der Firma Information Services Consultants GmbH in
Luxemburg
2004 Goldene Hochzeit mit Ingeborg.
Im Sommer leben wir in Belgien, im Winter auf Teneriffa.

72 Veröffentlichungen
Dienstreisen in alle Länder der EU, in die USA, nach Kanada, Israel und China
Schönste Privatreisen: 1954 Sizilien, 1988 Ägypten, 1998 Kenia/Tansania
Liebstes Foto: Ingeborg im roten Sackkleid 1958 am Ponte Rialto in Venedig
Liebstes Video: laufender Löwe in Kenia
Lieblingsmusik: Die 5. Sinfonie von Tschaikowski und "To The Unknown Man " von Vangelis

Anekdote:
Als wir nach dem Krieg wieder zur Schule gingen, hatten die meisten von uns als
Luftwaffenhelfer oder direkt an der Front gedient. Vier unserer Klassenkameraden
waren gefallen. Wir waren ziemlich selbstbewusst und wollten unbedingt Abitur
machen.
Unser Erdkundelehrer, Herr Schwieker, war eine Koryphäe der Heimatkunde und
von seinem Spezialgebiet so begeistert, dass er kaum etwas anderes lehrte. Das
würde uns im Abitur nicht sehr helfen, und wir beschlossen, ihn loszuwerden, und
zwar durch Schweigen. Als er kurz über die erdgeschichtlichen Zeitalter sprach und
unseren "Erdkunde-Primus" Kaufmann, der ganz hinten links saß, aufforderte, den
Stoff zusammenzufassen, stand dieser auf, sagte aber kein Wort (für ihn als
erstem war es am schwierigsten, alle weiteren hatten es leichter). Herr Schwieker
forderte den nächsten, den übernächsten und einen nach dem anderen in den Reihen
von hinten bis vorn auf. Alle standen auf und schwiegen. Herr Schwieker, sonst
immer freundlich, wurde eisig: "Ihr schreibt für die nächste Erdkundestunde eine
Strafarbeit über den Hauptgedanken der heutigen Erdkundestunde". 
Er ging; wir blieben, berieten und beschlossen, alle die gleiche Arbeit im gleichen
Format zu schreiben, und zwar sofort.
In größter Eile wurden zwei Texte entworfen; einer wurde ausgewählt. Papier wurde in lange Streifen geschnitten. Und jeder schrieb den Text. Die Zettel wurden eingesammelt, und der Stapel wurde vor der nächsten Erdkundestunde säuberlich geschichtet auf das Lehrerpult gelegt. Herr Schwieker kam, sah, nahm den Stapel und verschwand. Nach zehn Minuten kam er wieder: "Wer ist Klassensprecher?" Ich meldete mich. "Zum Direktor!" Auf dessen Schreibtisch lag der Stapel, säuberlich geschichtet. "Was soll das alles?" "Wir respektieren Herrn Schwieker als Mensch und wir bewundern seine Kenntnisse in Heimatkunde; aber wir lernen nicht, was wir für das Abitur brauchen. Wir möchten einen anderen Erdkundelehrer.
Den bekamen wir.

Strafarbeit,     27. April 1946
Hauptgedanke der Erdkundestunde

Soweit man von einem Hauptgedanken der Erdkundestunde sprechen kann, bestand er in der qualitativen Repitition einer in den vorigen Stunden behandelten, bzw. nicht behandelten Materie. Die Repitition umfaßte zeitlich das Archaikum bis zum Alluvium, bzw. den Anfang der Stunde bis zum Läuten, und räumlich die untersten Erdschichten bis zur Oberfläche, bzw. die Klasse zwischen Kaufmann und Möller.

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